Schattenseiten von Kryptowährungen

Die Schattenseiten von Kryptowährungen

Wer im Internet – bei Google oder auch Facebook und Twitter – nach Kryptowährungen oder Infos dazu sucht, der wird relativ schnell auf Seiten und – mitunter auch dubiose – Anbieter stoßen, welche die Kryptowährungen bis auf’s Höchste preisen.

 

So weit so gut, denn Kryptowährungen haben viel Potenzial, sowohl für Anleger als auch für Gegner der geläufigen Fiat-Währungen. Dazu habe ich aber bereits andere Artikel verfasst und daher möchte ich mich heute mit den Schattenseiten der Kryptowährungen befassen und habe mir dafür einige einschneidende Ereignisse aus der letzten Zeit herausgesucht.

 

Initial Coin Offering oder kurz ICO?

Zuerst möchte ich kurz erklären, worum es sich bei so genannten ICO’s handelt. Ein Initial Coin Offering ist ein Finanzierungsmodell.

 

Bei diesem Modell werden so genannte Tokens für ein Projekt an Personen ausgegeben, welche das Projekt finanziell unterstützen. Diese Tokens kann man mit Coupons vergleichen. Bei Kryptowährungen ist es so, dass Anleger in eine Währung investieren können, obwohl diese Währung noch nicht existent ist. Die Idee dahinter ist simpel: Hat die Kryptowährung Erfolg übersteigt der Wert der Tokens den Ausgabe-Preis und der Anleger zieht Gewinne daraus.

 

Das Problem: Manche Firmen bzw. Unternehmer scheitern mit ihren Projekten und das Geld ist weg. Außerdem gibt es auch hier schwarze Schafe, welche mittels solcher ICO’s Geld einsammeln, aber nie wirklich ein Projekt haben bzw. hatten. Sobald genug Geld gesammelt ist verschwinden die Seiten meist kommentarlos mit eben dem gesammelten Geld.

 

Solltet ihr also auf ICO’s stoßen, investiert nicht blind, unüberlegt oder horrende Summen in solche Projekte. Prüft das Unternehmen, überzeugt euch von deren Ideen und sucht eventuell auf Foren nach diesen ICO’s.

 

Der Diebstahl von Kryptowährungen aus Wallets:

Wie auch im echten Leben, gibt es auch in der digitalen Welt Diebe. Eindrucksvoll wurde das bereits mehrfach bewiesen.

 

Das Ethereum-Wallet von Parity:

Mitte Juli 2017 wurden rund 150.000 ETH, aus den Walltes verschiedener Benutzer gestohlen. Diese 150.000 ETH hatten knapp den Gegenwert von 27 Millionen Euro. Hacker hatten eine Schwachstelle in der Wallet von Parity gefunden und scharmlos ausgenutzt um so das Ethereum zu stehlen. Knapp 380.000 ETH (~ 70 Millionen Euro) konnten dennoch noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Ursache für den Klau war wohl eine Lücke im Code, welche durch einen Flüchtigkeitsfehler entstanden war. Das Start-Up „Swarm City“ verlor durch diesen Raub, nach eigenen Angaben, ETH im Gegenwert von über 7,8 Mio Euro.

 

Der Mt. Gox-Hack:

Mt. Gox war ein Dienstleister im Bereich von Bitcoins. Man konnte hier Bitcoins von Nutzern kaufen und an Nutzer verkaufen. Ab dem 7 Februar 2014 wurden bei Mt. Gox keine Abhebungen mehr zugelassen. Als Grund wurde ein Problem mit dem Bitcoin-Protokoll vorgeschoben. Am 28 Februar 2014 gab Mt. Gox bekannt, dass wohl ca. 850.000 Bitcoins verloren gegangen seien. Das entspräche aktuell – Stand 14.08.17 18:28 – ca. 3 Mrd Euro. Am 20 März wurde bekannt gegeben, dass wohl 200.000 Bitcoins wieder aufgetaucht seien. Das wiederum würde den Schaden auf 650.000 Bitcoins reduzieren. Die 650.000 Bitcoins sind nicht wieder aufgetaucht.

 

Die Polizei von Tokio gab am 2 Januar 2015 bekannt, dass davon ausgegangen wird, dass lediglich 7.000 Bitcoins von Hackern gestohlen wurden und die restlichen 643.000 Bitcoins intern unterschlagen wurden.

 

Wie kann ich mich schützen?

Am besten ist es, seine Währungen auf lokal installierten Wallets zu lagern. Die Wallets sollten jedoch stets auf einem aktuellen Stand gehalten werden.

 

Außerdem gibt es so genannte Hardware-Wallets, welche Bitcoins lokal speichern. Diese Wallets verfügen über einen USB-Anschluss und können dann damit mit eurem Rechner verbunden werden. Braucht ihr das Hardware-Wallet nicht, könnt ihr es ausstecken und beispielsweise in einen Safe sperren.

 

Ein guter Anbieter ist Ledger. Zum Hardware-Wallet von Ledger werde ich noch einen separaten Artikel verfassen.

Kaufen könnt ihr das Ledger-Wallet hier:

Straftaten und Kryptowährungen:

 

Da fast alle Kryptowährungen anonym sind und schwer einer Person zuzuordnen sind, werden diese natürlich auch dafür benutzt, illegale Dinge, Waren und Dienstleistungen im so genannten Darknet zu bezahlen. Der Anteil von Nutzern die Kryptowährungen nur zu diesem Zweck nutzen ist aber – anders als oft publiziert - sehr minimal.

 

Auch diverse Trojaner, Viren und der Gleichen verwenden aus oben genannten Gründen oft Bitcoins als „Lösegeld“. Ein aktuelles Beispiel dafür ist HBO: Anscheinend ist es Hackern gelungen, Daten zu der Serie „Game of Thrones“ zu stehlen. Damit die Hacker diese Daten nicht veröffentlichen, wird ein Lösegeld in Höhe von $250.000 in Bitcoins gefordert.

 

Fazit:

Wie so oft gilt auch bei Kryptowährungen der Satz: „Nicht alles was glänzt ist Gold“. So gibt es auch hier in diesem Bereich negative Dinge und schwarze Schafe. Da diesen negativen Dingen aber mit ein bisschen Sorgfalt und Achtsamkeit ziemlich gut aus dem Weg zu gehen ist, ist das für mich kein riesen Punkt, welcher einem Kopfzerbrechen bereiten sollte.

 

Solltet ihr Fragen haben oder euch über das Thema austauschen bzw. unterhalten wollen, so könnt ihr mich natürlich jeder Zeit kontaktieren.

 

Euer Marco

 


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