Bitcoin und Bitcoin-Cash

Was hat es mit beiden Währungen auf sich?

Am 01.08.2017 war es so weit: Der Bitcoin-Hardfork wurde vollzogen.

 

Aus dem Bitcoin wurden 2 eigenständige Währungen, der Bitcoin blieb Bitcoin, außerdem erwachte aber auch Bitcoin-Cash (kurz: BCC oder BCH) zum Leben.

 

 

Was ist ein Hardfork überhaupt?

Diese Frage werden sich vermutlich einige von Euch stellen.

Die Steuereinheit für Bitcoin und andere Kryptowährungen ist die Blockchain. Bei der Blockchain handelt es sich um eine fortlaufende Liste von Datensätzen (Blöcke), welche technisch verkettet sind. Ein Block enthält den Hash des vorherigen Blocks, sowie einen Zeitstempel und Transaktionsdaten.

Jede Transaktion ist in einem Block festgelegt und kann so faktisch nicht manipuliert werden, da sonst alle folgenden Blöcke fehlerhaft wären.

Bei einem Hardfork wird die Blockchain ab einem Block X geändert. Durch eine Änderung bilden sich  anschließend eine Blockchain, welche diese Änderung nicht beinhaltet und ohne diese fortgeführt wird und eine Blockchain, welche mit der Änderung fortgeführt wird.

Der Coin der alten Blockchain ist weiterhin der Bitcoin, während die neue Blockchain mit dem Bitcoin-Cash fortgeführt wird.

 

Hintergrund:

Die Größe eines Blocks wurde von Satoshi Nakamoto auf 1 MB festgelegt. Die Größe von einem MB kann 7 Transaktionen pro Sekunde abwickeln. Zu dieser Zeit war dies völlig ausreichend und hatte den Hintergrund, dass Angriffe dadurch verhindert werden können, weil keine größeren Blöcke mit Schadcode eingeschleust werden konnten.

Da der Bitcoin jedoch mit der Zeit immer bekannter wurde, reichten die 7 Transaktionen pro Sekunde schon bald nicht mehr aus. Der eine MB pro Block wurde bis ans Limit ausgereizt, die Transaktionskosten stiegen und die Dauer der Transaktionen erhöhte sich signifikant. Was in der Community für sehr viel Ärger und Frust sorgte.

 

 Die Trennung:

In der Community wurde anschließend diskutiert, wie man dieses Problem lösen wolle. Ein Teil der Community war für eine Vergrößerung der Blockgröße, während der Großteil für eine externe Lösung war.

Die Situation spitzte sich immer weiter zu, sodass ein handfester Streit in der Community entstand. Es wurden von dieser Splittergruppe mehrere Versuche unternommen haben einen eigenen Client zu entwickeln um den Bitcoin Core (Aktueller Client) zu verdrängen. Diese Versuche scheiterten jedoch immer.

Anfang 2017 kamen erste Überlegungen auf neue Regeln als Minderheit zu aktivieren. Im Mai 2017 wurde dann der Vorschlag veröffentlicht, am 01.08.2017 SegWit (Segregated Witness) zu aktivieren. Der Vorschlag stammte von BIP 91 und hatte im Juni 2017 97% Zustimmung.

Der andere Teil der Community war von der Idee weniger überzeugt, da die Idee für sie nur ein Hinauszögern des Problems darstellte, jedoch keine Lösung. Außerdem hatten sie die Befürchtung, dass Bitcoin zu sehr vom Anbieter von SegWit abhängig werden.

Daraufhin wurde das Projekt Bitcoin Cash geschaffen, welches eine Vergrößerung der Blöcke auf 8 MB vorsah. Es wurde eine Regel eingebaut dass am ersten August  ein Block gefunden werden muss, der größer als 1 MB groß ist. Somit wurde zum ersten Mal in der Geschichte eine Regel durch die Minderheit eingefügt. Der entsprechende Block wurde am ersten August gefunden und war 1,9 MB groß, sodass Bitcoin Cash unter der neuen Blockchain fortgesetzt werden konnte.

 

Fazit:

Ich persönlich finde beide Ideen haben ihre eigenen Vor – und Nachteile, dennoch muss man ganz klar sagen, dass solche Aktionen auch durchaus nach hinten losgehen können und zum Zusammenbruch einer Kryptowährung führen können.

Ich für meinen Teil bin Bitcoin treu geblieben und habe vorerst kein Interesse an Bitcoin-Cash.

 

Euer Marco


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